»So wollen wir wohnen«
Die Zehn Gebote für die Stadt von morgen
Erstes Gebot: »Wohnen mit Wir-Gefühl«
Gemeinsame Verantwortung für Einrichtungen und Projekte, die Zusammengehörigkeit schaffen und Identität stiften. Fast alle sternstadt-Befragten wünschen sich aktive Nachbarschaften, die meisten wollen sich sogar an Bewohner-Organisisationen beteiligen.
Zweites Gebot: »Jobs gleich um die Ecke«
Eine gelungene Stadtplanung ist zugleich eine nachhaltige ökonomische Entwicklung. Die Mehrzahl der sternstadt-Befragten wünscht ein Mix von Wohnen und Arbeiten.
Drittes Gebot: »Hier muss was los sein«
sternstadt als Erlebnisraum mit Ambiente und Möglichkeiten zu ungezwungenen Begegnungen. Gefordert sind Außenräume mit Atmosphäre statt quietschender Kinderschaukeln und Sandkästen voll Hundekot.
Viertes Gebot: »Aus Alt mach Neu«
Gerade mal zehn Prozent der sternstadt-Befragten ist mit der Architektur der eigenen Behausung wirklich zufrieden. Statt in gesichtslosen Neubauvierteln möchte die Mehrzahl in anspruchsvoll renovierten Altbauten wohnen. Das gibt zu denken.
Fünftes Gebot: »Rückbesinnung auf Tradition«
Um die Banalität beim Bauen und Wohnen zu überwinden, gilt es vorhandene Qualitäten alter Bauten weiter zu entwickeln. Planer und Architekten müssen neue kulturelle Ambitionen schaffen durch die Wiederentdeckung von Bewährtem und Gewachsenem auch in regionalen Traditionen.
Sechstes Gebot: »Leben lernen durch Architektur«
Die Architektur muss endlich ihre soziale Verantwortung wahrnehmen, sie kann nicht länger nur individuelle Vorstellungen erfüllen. Sie muss kollektiv, ganzheitlich und vernetzt arbeiten. Was sie in die Welt setzt, verschwindet nicht so schnell wie ein missratenes Automodell.
Siebtes Gebot: »Energiebilanz vom Grundstein bis zum Schornstein«
Hundertausende von Nachkriegsbauten kommen in die Jahre, in Millionen von Altbauten wird zehnmal mehr verheizt als nötig. Mit intelligenter Modernisierung werden aus Energiefressern Spardosen. Die Technik für eine Renovierung, die sich selber finanziert, gibt es und staatliche Zuschüsse obendrein.
Achtes Gebot: »Wenig Lärm und Verkehr«
Fast alle sternstadt-Befragten klagen über die Verkehrssituation in ihrem Wohnviertel und den öffentlichen Personennahverkehr. Deshalb bleibt das Auto unverzichtbar. Doch wohin damit? Viele möchten autofrei wohnen, aber den eigenen Pkw. vor der Tür haben. Zur Lösung dieser kollektiven Schizophrenie muss den Planern endlich etwas einfallen.
Neuntes Gebot: »Zügige Planung«
Die öffentliche Hand ist nicht mehr gestaltungsfähig. Gesucht sind mutige Planer, die sich über angestaubte Paragrafen hinwegsetzen. Die Möglichkeiten dazu gibt es man muss sie nur nutzen. Dafür brauchen wir statt anonymer Gremien persönliche Entscheidungsträger, die den Dialog mit der Öffentlichkeit suchen.
Zehntes Gebot: »Wohnen im Web«
Die Zukunft des mitdenkenden Hauses hat bereits begonnen: die Kommunikationstechnologie verändert viele Lebensbereiche, mit der Technisierung der Haushalte entstehen neue Wohnformen. Die Kreativität der Architekten steht damit vor bisher ungeahnten Herausforderungen.
|