Der sternstadt-wettbewerb 2004
»baut auf uns«
Für die Gestaltung von Schule und Schulumfeld vergab das
Deutsche Kinderhilfswerk drei Preise im Gesamtrwert von 18.000 Euro
Sonderpreis des
Deutschen Kinderhilfswerkes
für die Gestaltung von Schule
und Schulumfeld
1. Preis (10.000 Euro)
Joseph-von-Eichendorff-Schule, Kassel - Projektgruppe „Toi-toi-toi"
Idee: Völlige Neugestaltung der Schultoiletten, Umsetzung in Plänen und
Modellen, Verhandlungen mit städtischen Ämtern.
Der katastrophale Zustand der Toiletten (keine Erneuerung seit 25 Jahren)
wird seit langem von den SchülerInnen beklagt. Sie bildeten die Projektgruppe
„Toi-toi-toi" (5. bis 10. Klasse), die sich mit Unterstützung der LehrerInnen
vornahm, Pläne für eine totale Renovierung der sanitären Einrichtungen zu
erarbeiten.
Dazu wurde ein schulinterner Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich 370
SchülerInnen beteiligten. Ihre Vorschläge für die Neugestaltung der Toiletten,
die dem Hochbaumamt und der Schulverwaltung präsentiert wurden, sehen so
aus:
- ein Toilettenservice,
- große Spiegel,
- glatte Oberflächen,
- helle Räume
- eine Tafel für „Klosprüche"
Die Jury überzeugte das hartnäckige Engagement der SchülerInnen, die sich
auch an der Realisierung des Projekts beteiligen wollen, sowie die Kreativität
der Modelle und der Projektdokumentation.
2. Preis (5.000 Euro)
Jenaplan-Schule, Jena
Idee: Umgestaltung der zwei Schulhöfe nach eigenen Vorstellungen der
SchülerInnen.
Nach dem Umzug in ein größeres Schulgebäude bildete sich in der
Jenaplan-Schule vor zwei Jahren die Gruppe „Pausentraum", die sich aus Eltern,
ErzieherInnen und LehrerInnen zusammensetzt.
Ziel ist die kind- und jugendgemäße Umgestaltung der zwei asphaltierten
Schulhöfe. Die Pausentraum-Gruppe rief alle SchülerInnen auf, ihre Wünsche und
Ideen zu sammeln und zu skizzieren. Die Klassen 4 bis 6 bauten in Kleingruppen
Modelle vom zukünftigen Schulhof. Hortkinder führten Interviews mit den
SchülerInnen über deren Wünsche.
Bereits im Herbst 2003 fand eine gemeinsame Pflanzaktion mit SchülerInnen und
Eltern statt. Die SchülerInnen der Klassen 7 bis 9 gestalteten ein Stück
Schulhof hinter der Turnhalle. Der Ballspielplatz wurde mit Unterstützung der
Kommunalen Immobiliengesellschaft Jena geschaffen.
Doch der gemeinsam entwickelte Wunschzettel ist noch immer lang:
- unterirdische Gänge für den großen Pausenhof, auf dem auch die Kindergarten-
und Hortkinder spielen
- Baumhäuser
- Schaukeln
- ein grünes Klassenzimmer
- ein Backofen
- eine Bühne
Das Besondere am Projekt der Jenaplan-Schule ist, dass Kindergartenkinder,
SchülerInnen aller Altersgruppen, Eltern, Erzieher und Lehrer an der
Umgestaltung mitarbeiten, mitträumen und mitgestalten. Seit drei Jahren
verwirklicht die Schule diesen Traum Schritt für Schritt in gemeinsamen
Aktionen. Darüber hinaus soll so viel Spielraum offen bleiben, dass spätere
SchülerInnen-Generationen ebenfalls ihre eigenen Vorstellungen einbringen
können.
Ein besonderer Wunsch ist der Bau eines Amphitheaters, in dem unter anderem
die wöchentlichen Freitagsfeiern. Chor und Orchesterkonzerte stattfinden
können.
Die Jury hat überzeugt, dass SchülerInnen aller Altersgruppen an dem Prozess
der Umgestaltung beteilig sind und dass für künftigen SchülerInnen-Generationen
die Möglichkeit offen ist, eigene Ideen für den Schulhof umzusetzen.
3. Preis (5.000 Euro)
Gesamtschule Mitte, Bremen
Idee: Schulhofumgestaltung mit dem Schwerpunkt multifunktionaler
Bewegungs- und Kommunikationsräume.
Der dringende Sanierungsbedarf des Schulfhofs war ausschlaggebend für die
Gründung der Schulhof-ARGE - gleichberechtigt zusammengesetzt aus SchülerInnen,
Eltern und LehrerInnen. Von Oktober 2001 bis April 2004 traf sich die ARGE
26mal, um Ideen zu konkretisieren, die Öffentlichkeit zu informieren und Geld
aufzutreiben.
Die Beteiligung der SchülerInnen wurde in allen Phasen der Ideensammlung groß
geschrieben. Die Kinder und Jugendlichen übernehmen in dem gemeinsamen Prozess
Verantwortung.
Trotz bescheidener Geldmittel wurde ein umfangreiches Gesamtkonzept für den
1. Bauabschnitt gemeinsam entwickelt und über die Schulhof-ARGE und den
Schulverein realisiert: Schulgarten, Kleinspielfeld mit Tribüne und
Ballfangzaun, ein Bistro und ein Vorplatz mit einer Sitzskulptur.
Das Konfliktpotential in der Nachbarschaft, Angst vor Jugendlichen und
möglicher Lärmbelästigung durch die ausgeweitete Nutzung des Schulhofes, konnte
durch frühzeitige Gespräche gemildert werden.
Viele Details der gemeinsamen Planung müssen jedoch noch realisiert
werden:
- die Sechseckschaukel
- Balltore
- Basketballkörbe
- Gartentor
- Wege im Schulgarten
Die Jury überzeugte die hohe Einbindung der SchülerInnen in allen Phasen der
Schulhof-Neugestaltung. Darüber hinaus lobt die Jury den konstruktiven Kontakt
der Schule mit der Nachbarschaft.
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