Bitte klicken Sie hierZukunftsaufgabe Stadtumbau-Bitte mehr Mut zur Lücke
sternstadt-forum.de will die Herausforderungen und Chancen neuer Bau- und Wohnformen als Alltagskultur begreifbar machenZukunftsaufgabe Stadtumbau
Bitte mehr Mut zur Lücke
Die „Revitalisierung der Städte" ist eine vielbeschworene Vision für die Zukunft des Wohnens - aber es fehlt an Konzepten und vor allem an praktischen Beispielen dafür, wie das Wohnen in der Stadt von morgen denn aussehen könnte.
Nur selten zeigen Bauherren und Architekten „Mut zur Lücke" und präsentieren auf einem Mini-Grundstück ein modernes Stadtthaus - außen winzig, innen riesig und obendrein bezahlbar.
Wie wunderbar das geht, zeigt die Zeitschrift HÄUSER in ihrem November-Heft: Ein schäbiges Kölner Gewerbeareal verwandelte der Architekt Pablo Molestina in eine Wohnanlage, die trotz dichter Bebauung erstaunliche Qualitäten vereinigt: Abgeschiedenheit und City-Nähe, Gemeinschaft und Privatheit. Und eine heitere Atmosphäre im Hof.
Auf engsten Raum hat Molestina zwei Doppelhäuser platziert und zusätzlich ein altes Bürogebäude auf ungewöhnliche Weise bewohnbar gemacht: Lichthöfe und Lofts, kleine private Gärten und Terrassen, Wohnen über mehrere Ebenen, ein Sonnendeck auf dem Dach, Einliegerwohnungen - so viel Großzügigkeit erhebt sich elegant über all jene Einschränkungen, mit denen konventionelle Reihenhäuschen am Stadtrand ihre Bewohner bedrücken.
Warum gibt es solche innerstädtischen Wohnanlagen so selten? Weil der Grund und Boden in der City so teuer ist. Unsinn: nach wie vor werden bundesweit Hunderttausende von Hektar innerstädtischer Brachen nicht genutzt. Stattdessen wurde die Zersiedelung an den Stadträndern mit ihrem Pendlerverkehr steuerlich belohnt, während spezielle Förderprogramme für einen intelligenten und nachhaltigen innerstädtischen Wohnbau bis heute ausbleiben.
Warum? Weil wir kein Geld haben? Unsinn: die Infrastrukturmaßnahmen für die ausufernde Siedlungsödnis an den Stadträndern kosten uns mehr als jede gezielte Stadthaus-Förderung. Und weil diese Schlafsiedlungen oft auf dem Gebiet dörflicher Randgemeinden liegen, gehen den Städten obendrein erhebliche Steuereinnahmen verloren, wenn Gutverdiener in Massen davonlaufen, weil die Städte ihnen in der City keine erschwingliche Bleibe bieten. Zurück bleiben jene, die nur Kosten verursachen - sozial Schwache, Asylanten.
Der Zukunftsaufgabe Stadtumbau und Modernisierung könnte uns einen Milliardenmarkt bescheren, der sich durch ökologische Einsparungen selber finanziert. Eine Politik, die diese Chance nicht wahrnimmt, handelt unverantwortlich.
Also Umdenken ist angesagt: wir brauchen dringend Steuer- und Förderprogramme für zukunftsfähige Konzepte und Lösungen, die unsere Innenstädte wieder wohnlich machen und die Zersiedelung stoppen.
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Schmal ist beautiful. Richtig genutzt, gewinnen enge Grundstücke an Größe und Format.
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Innenhöfe schaffen Abgeschiedenheit mitten in der Stadt
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Der Kopfbau der Hofanlage gibt sich mit seinen Sehschlitzen nach außen hin verschlossen
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Auf nur 1.700 Quadratmetern: Atriumhäuser, Lofts und eine Stadtvilla mit standesgemäßem Rasen.
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Die Kombination von offenen mit geschlossenen Flächen stellt die Balance zwischen Großzüggkeit und Intimität her.
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Innere Größe: ein Lichthof bis hinunter ins Parterre sorgt für Helligkeit und spannende Blickverbindungen.